Fahrradfreundlichstes Geschäft Darmstadts 2011 gesucht

Mitmachaktion ‚Ich-kauf-per-Rad’ geht in die 2. Runde –
Gepäckaufbewahrung in der Centralstation

Die bundesweit beachtete Darmstädter Mitmachaktion ‚Ich-kauf-per-Rad’ geht in die zweite Runde. Gemeinsam mit radfahrenden KundInnen suchen ADFC, BUND GRÜNE und IVDA in Darmstadt wieder das fahrradfreundlichste Geschäft der Stadt. Neu im Rahmen der Aktion: Die Centralstation bietet Samstags von 10 bis 18 Uhr eine Gepäckaufbewahrung an und Supermarktketten bekommen besondere Aufmerksamkeit.

von ADFC, BUND, GRÜNEN und IVDA erneut auf die Suche nach fahrradfreundlichen Geschäften.
Es winkt der Titel „Fahrradfreundlichstes Geschäft Darmstadts 2011“, der im Rahmen der Umweltbörse
am 20. August verliehen werden soll.

„Aufgerufen sind dafür wie im vergangenen Jahr die Radfahrerinnen und Radfahrer in Darmstadt, die
Fahrradfreundlichkeit der Geschäfte zu bewerten. Aber wir freuen uns auch über Eigenbewerbungen von
Geschäften.“ erklärt Felix Weidner von den Darmstädter GRÜNEN. „Ausgezeichnet wird in diesem Jahr
das Geschäft mit dem nachdrücklichsten Einsatz oder der kreativsten Idee für die radelnde Kundschaft.“
Die Bewertung der Geschäfte erfolgt dabei im Internet auf der Seite www.ich-kauf-per-rad.de. Erneut
gibt es dabei attraktive Preise rund ums Fahrradfahren zu gewinnen.

Aufklärung des Einzelhandels steht im Mittelpunkt

Handlungsbedarf gibt es nach Meinung der beteiligten Organisationen noch genug. „Leider sind die
meisten Geschäft unverändert viel zu wenig auf die Bedürfnisse radfahrender Kunden eingestellt.“ zieht
Thomas Grän vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club Darmstadt e.V. (ADFC) Bilanz: „Häufig fehlt es
schon an der Möglichkeit, das Fahrrad sicher vor Beschädigung und Diebstahl und zudem nah zu parken.
Spätestens wenn es um eine vorübergehende Gepäckaufbewahrung oder sogar einen Lieferservice
speziell für größere Einkäufe geht, ist heute kaum ein Geschäft auf die Bedürfnisse der Radfahrer
vorbereitet.“

Stärker noch als im vergangenen Jahr steht die Aufklärung und Sensibilisierung des Einzelhandels im
Mittelpunkt der Kampagne. „Wie schon im vergangenen Jahr haben wir eine Marketinginformation für
den Einzelhandel aufgelegt, die einen thematischen Einstieg, aber auch konkrete Umsetzungsideen für
einen radfreundlichen Einzelhandel bietet.“ erläutert der Vorstandssprecher des Vereins für Innovative
Verkehrssysteme Darmstadt e.V. (IVDA) Stefan Opitz. Geplant war ursprünglich ein Versand an alle
Einzelhändler in Darmstadt. „Daraus ist leider nicht geworden, weil die IHK erneut eine Zusammenarbeit
mit uns abgelehnt hat und wir die Informationen daher nicht auf dem Postweg zustellen konnten.
Stattdessen haben wir die Geschäfte in der Innenstadt persönlich besucht und die Informationen direkt
übergeben. Wir werden versuchen dies in den Stadtteilen fortzusetzen, was allerdings einen enormen
Mehraufwand im Rahmen der vollständig ehrenamtlich organisierten Kampagne ist.“ reagiert Opitz.

NEU: Centralstation bietet kostenlose Gepäckaufbewahrung

Sehr erfreut sind die Organisationen dagegen über eine neue Kooperation. „Wir freuen uns sehr, dass die
Centralstation mit der Unterstützung durch Partner während des Projektzeitraums von Ich-kauf-per-
Rad an jedem Samstag von 10 bis 18 Uhr eine kostenlose Gepäckaufbewahrung anbieten wird.“ erklärt
Georg Mehlhart vom BUND Darmstadt. „Wir hoffen, dass dieses Angebot genau wie an Adventssamstagen
gut angenommen wird und anschließend auf weitere Tage ausgedehnt und fortgeführt werden kann.“ so
Mehlhart.

Inhaltlicher Schwerpunkt: Supermärkte

Einen besonderen Schwerpunkt legen die Ich-kauf-per-Rad Initiatoren in diesem Jahr zudem auf
Supermärkte. „Supermarktketten sind sehr stark zentralistisch organisiert, die Marktleiter vor Ort haben
faktisch keinen Handlungsspielraum. Das sehr breite Feedback der Kunden in den Märkten im Rahmen von
Ich-kauf-per-Rad im vergangenen Jahr lief daher oftmals ins Leere.“ bilanziert Weidner enttäuscht.
Grän ergänzt: „Auch unser daraufhin aufgebauter direkter Kontakt mit einigen Konzernzentralen hat
bisher nichts gebracht. Wörtlich wurde uns von einer Kette mitgeteilt: ‚Wir haben keine
Kundenbeschwerden vorliegen, dieses Problem gibt es bei uns nicht.’ – obwohl vor Ort entsprechendes
Feedback abgegeben wurde.“

Ich-kauf-per-Rad reagiert darauf mit einem neuen Ansatz. „Wir haben auf der Internetseite zur Aktion
ein Mailformular zur Verfügung gestellt, mit dem man nun einfach und schnell die Konzernzentralen der
Ketten erreichen kann, die man regelmäßig besucht. Im Formular wird ein Musterschreiben
vorgeschlagen, das jederzeit nach freien Wünschen verändert oder ergänzt werden kann.“ erläutert
Opitz. Gemeinsam hoffen die Organisatoren auf eine breite Nutzung dieses neuen Angebotes, auch über
die Darmstädter Grenzen hinaus: „Die Radabstellsituation an Supermärkten ist nicht nur in Darmstadt
verbesserungsbedürftig, sondern fast überall. Das Musterschreiben verzichtet daher bewusst auf eine
Ortsbindung.“

Ehrenamtliche Kampagne: Nur mit Unterstützung von Sponsoren realisierbar

Abschließend danken die Organisationen der breiten Unterstützung durch Sponsoren, die gemeinsam mit
der unermüdlichen ehrenamtlichen Arbeit der beteiligten Akteure die Aktion möglich machen. „Ohne die
Unterstützung zahlreicher Sponsoren wäre die Aktion auch in diesem Jahr nicht möglich. Diesen gilt
unser besonderer Dank für Ihr Engagement.“

Unter den Sponsoren ist auch in diesem Jahr der regional ansässige Hersteller von Fahrradabstellanlagen,
Orion Bausysteme, was im vergangenen Jahr zu Kritik geführt hatte. „Diese Kritik können wir nicht
nachvollziehen.“ erklären die Organisatoren enttäuscht. „Unter den Sponsoren von Ich-kauf-per-Rad
sind z.B. ein Fahrrad- sowie mehrere Zubehörhersteller, Fahrradläden, die Radstation und eben auch ein
Hersteller von Radabstellanlagen. Alle Verbinden mit ihrem Sponsoring wohl gleichermaßen die Hoffnung,
dass dies auch einen werbenden Effekt hat. Ebenso wie beispielsweise die Firma Adidas durch Ihr
Sponsoring der Deutschen Fußballnationalmannschaft mehr Sportartikel verkaufen möchte.“ so die
Organisatoren.

Eine Beteiligung als Sponsor bei Ich-kauf-per-Rad steht allen Interessierten offen.“ so die
Organisatoren. „Wir sind sehr dankbar für die vorhandenen Unterstützer, die auch akzeptieren, dass wir
stets unabhängig agiert haben und dies auch weiter tun werden. Es gibt von uns keine einseitigen
Veröffentlichungen zugunsten einzelner Hersteller oder bestimmter Produkte, sondern wir weisen stets
auf die aus unserer Sicht wichtigen funktionalen Kriterien und die vorhandenen Informationskanäle hin,
die eine Übersicht über alle Hersteller geben.“

„Dass wir dabei nachdrücklich eine Verbesserung der Fahrradabstellsituation fordern, hat mit dem
Engagement von Orion Bausysteme nichts zu tun. Grund dafür ist vielmehr, dass es an Start und
Endpunkten der Wege viel zu wenige Abstellgelegenheiten für Fahrräder gibt und diese sich zudem
oftmals auf einem technischen Stand befinden, den Wissenschaft, Verbände und technische Richtlinien
seit Jahrzehnten als ungeeignet einstufen. Wer unser Engagement daher als Schleichwerbung einstuft,
hat sich offensichtlich nicht mit dem Thema beschäftigt und diskreditiert damit das Engagement der
Beteiligten um eine Radverkehrsförderung jenseits des Baus von Radwegen.“ so die Organisatoren
abschließend und verweisen auch auf die Nominierung zum best-for-bike-Award 2011 als Anerkennung
des organisationsübergreifenden Engagements durch eine renommierte Jury.

 

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Comments: 1

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  • […] wir 2011 bisher auf die Beine gestellt haben, liest man am besten direkt im Aktionsblog oder im heutigen Echoartikel (mit Bild 😉 […]

     
     
     
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